EINE DOKUMENTATION
Ansicht der Bahnstation Biersdorf (Ww) von der Straßenseite aus gesehen © Copyright 2000 - 2022 Burkhard Thiel Alle Rechte vorbehalten

Bahnstation Biersdorf (Ww)

Bau und Streckeneröffnung Nachdem die Strecke Deutz - Gießen 1862 eröffnet wurde, merkten die Industriebetriebe im Daadental, dass sie aufgrund der höheren Transportkosten ins Hintertreffen gerieten. Die Unternehmen, darunter auch Krupp, versuchten mehrfach, die Königliche Eisenbahn-Direktion zu Cöln zum Bau einer Stichstrecke entlang des Daadentals zu bewegen. Erst nachdem die Industrie und Gemeinden sich am Bahnbau wesentlich beteiligten, wurde der Bahnbau am 21. Mai 1883 genehmigt. Die Gemeinde Biersdorf, in der sich die „Grube Füsseberg“ befand, beteiligte sich mit 7.000 Mark. Füsseberg war schon 1708 eine Kupfergrube. Die Bauarbeiten gingen zügig vonstatten, sodass am 1. März 1886 die 9,90 Kilometer lange Gesamtstrecke eröffnet werden konnte. Sie wurde hauptsächlich für den Güterverkehr genutzt. Der Personenverkehr war marginal.

Das Empfangsgebäude Biersdorf Ww)

Das zweistöckige Stationsgebäude auf kreuzförmigen Grundriss aus Bruchstein errichtet war ein Typenbau von 1885. Er besaß an Orts- und Gleisseite jeweils einen Giebelrisalit (ein Bauteil, das aus der Fassade vorspringt). Ein zweistöckiger Anbau im Südosten sowie ein Güterschuppenanbau im Nordwesten aus Backsteinfachwerk mit auskragendem Satteldach schlossen das Gebäude ab. Alle Anbauten besaßen Satteldächer, der Mittelbau ein Walmdach. Ein Gurtgesims (an Fassaden, dass zwischen den Geschossen liegt), trennte optisch die Stockwerke. Im Erdgeschoss gab es einen Warteraum mit Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie weitere Diensträume. Im Obergeschoss waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Der Güterschuppen besaß Seiten- und eine Kopframpe für die Fuhrwerke. Für den Güterverkehr war die Haltestelle, von der ein Gleisanschluss zur „Grube Füsseberg“ bestand, 1938 nur eingeschränkt nutzbar, da sie keine Kopframpe (OK) besaß. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 2. Oktober 1954 wurde der Dampflok-Betrieb für den Personenverkehr eingestellt. Dafür wurden nur noch Schienenbusse verwendet. Auch der Straßen- Schienen-Omnibus (DB 29-3) wurde planmäßig eingesetzt. Im März 1965 schloss die „Grube Füsseberg“ Am 27. Mai 1967 endete der Straßen-Schienen-Omnibus Verkehr. 1967 stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Sonntagsverkehr ein. 1975 folgte die Einstellung des Samstag-Nachmittagsverkehrs. Gleichzeitig stellte die DB die Gepäck- und Expressgutabfertigung ein. Am 20. September 1991 stellte die DB den Antrag zur Einstellung des Gesamtverkehrs auf der „Daadentalbahn“. Zusammen mit dem Land Rheinland- Pfalz wollte die kreiseigene Westerwaldbahn (WEBA) die Strecke übernehmen. Die völlig heruntergewirtschaftete „Daadentalbahn“ wurde nach der letzten Zugfahrt am 2. Oktober 1993 stillgelegt. Am 1. Juli 1995 übernahm die WEBA nach Modernisierung der Strecke durch die DB die „Daadentalbahn“. Was hat sich verändert, was ist geblieben Der Haltepunkt wurde am 12. Juni 2022 von der Westerwaldbahn geschlossen. Als Grund wurde genannt: „Der alte Bahnhof in Biersdorf entspricht nicht mehr den aktuellen Anforderungen“. Diese Art der „Schließung“ hat System. Bis auf das Bahngebäude in Niederdreisbach (Privatbesitz) sind alle Güterschuppenanbauten baufällig geworden und wurden abgerissen. Das Restgebäude konnte jedoch bei den anderen Bahnstationen aufgrund ihrer Bausubstanz instand gesetzt werden. Offensichtlich stand das Gebäude zu weit von der Ortsmitte entfernt.
Planung und Konzession
Bahnhof um 1932
Luftaufnahme
Bilder Biersdorf (Ww)
Bahnhof um 1932 PANORAMA Daadentalbahn Betzdorf (Sieg) Daaden G leistrasse G mehr zum Thema hier