EINE DOKUMENTATION
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Bahnstation Daaden

Bau und Streckeneröffnung Die eingleisige, 9,90 Kilometer lange „Daadetalbahn“ zwischen Betzdorf (Sieg) nach Daaden war für die Anrainerbetriebe von entscheidender Bedeutung. Aus diesem Grunde steuerte die Industrie der Zechen- und Verhüttungsbetriebe sowie Steinbrüche eine beträchtliche Summe für die Baukosten bei. Die Leitung des Bahnbaus hatte das Königliche Eisenbahn-Betriebsamt Cöln. Die Lage der Bahnhöfe wurde durch die Anzahl der Gleisanschlüsse bestimmt. Schon am 6. Mai 1885 fuhr der erste Güterverkehr nach Biershof. Der Personenverkehr hatte eine nur geringe Bedeutung und begann am 15. Oktober 1885. Die offizielle Freigabe der Strecke durch die Königlich Preußische Staatseisenbahnen (K.P.St.E.) war am 1. März 1886.

Das Empfangsgebäude Daaden

Das zweistöckige, mehrgliedrige Stationsgebäude auf kreuzförmigen Grundriss aus Bruchstein war ein Typenbau von 1885. Er besaß einen giebelständigen Mittelbau mit Krüppelwalmdach und Schwebegiebel auf der Gleisseite und überragte die unterschiedlich hohen traufenständigen Anbauten. Der traufenständige, nordwestliche sowie zweistöckige Anbau hatte ein Krüppelwalmdach. An ihm war ein Güterschuppen aus Backsteinfachwerk mit auskragendem Satteldach angebaut. Der ebenfalls traufenständige einstöckige Anbau mit Halbgeschoss (letztes Geschoss ohne Dachschräge unter dem Dach) aus Backsteinfachwerk besaß an der Ortsseite ein stark heruntergezogenes Walmdach. Ein Gurtgesims (an Fassaden, dass zwischen den Geschossen liegt), trennte optisch die Stockwerke. Im Erdgeschoss gab es Warteräume, Fahrkarten- und Gepäckschalter sowie weitere Diensträume. Im Obergeschoss waren Wohnungen für die Bahnbediensteten entstanden. Der Güterschuppen besaß Seiten- und eine Kopframpe. Dazu kamen eine Vieh- und eine Holzverladerampe. Ein separater Freiabort aus Bruchstein mit giebelständigem Satteldach stand südöstlich des Stationsgebäudes. Die Gleisanlage bestand aus acht Weichen und einer Doppelkreuzweiche, für die insgesamt 10 Bahnhofsgleise. Dazu kam ein zweigleisiger Güteranschluss. Ein 10-t- Ladekran stand an einem Freiladegleis. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse III. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 1. Juli 1892 erhielt der Bahnhof eine Lokstation. Am 2. Oktober 1954 wurde der Dampflok-Betrieb für den Personenverkehr eingestellt. Dafür wurden nur noch Schienenbusse verwendet. Auch der Straßen- Schienen-Omnibus (DB 29-3) wurde planmäßig eingesetzt. Am 27. Mai 1967 endete der Straßen-Schienen-Omnibus Verkehr. Der „SchiScha- Bus“ wurde vom Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen übernommen. 1967 stellte die Deutsche Bundesbahn (DB) den Sonntagsverkehr ein. Zwischen 1971 und 1987 stellten immer mehr Industriebetriebe ihre Produktion ein. Der Güterverkehr wurde bedeutungslos. 1975 folgte die Einstellung des Samstag-Nachmittagsverkehrs. Gleichzeitig stellte die DB die Gepäck- und Expressgutabfertigung ein. Am 20. September 1991 stellte die DB den Antrag zur Einstellung des Gesamtverkehrs auf der „Daadentalbahn“. Zusammen mit dem Land Rheinland- Pfalz wollte die kreiseigene Westerwaldbahn (WEBA) die Strecke übernehmen. Die völlig heruntergewirtschaftete „Daadentalbahn“ wurde nach der letzten Zugfahrt am 2. Oktober 1993 stillgelegt. Am 1. Juli 1995 übernahm die WEBA nach Modernisierung der Strecke durch die DB die „Daadentalbahn“. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude entspricht außer dem abgerissenen Güterschuppenanbau (weiß verputzte Giebelwand), dem Urzustand. Das Gebäude ist zwar äußerlich noch einigermaßen gut erhalten, jedoch wurden seit Jahren keine Wartungsarbeiten mehr vorgenommen. Außer einem Tattoo Studio im Erdgeschoss ist das Gebäude leer. Das alte Aborthäuschen dient heute als Unterstellmöglichkeit für Fahrräder.
Bilder Daaden
Luftaufnahme
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