EINE DOKUMENTATION
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Bau und Streckeneröffnung Die „Lahntalbahn“ war eine Hauptbahn, die von Wetzlar nach Koblenz führte und in mehreren Abschnitten von der Nassauische Rhein- und Lahn-Eisenbahn-Gesellschaft gebaut wurde. Der erste 13 Kilometer lange Streckenabschnitt von Oberlahnstein nach Bad Ems wurde am 1. Juli 1858 in Betrieb genommen. Durch einen Erdrutsch wurde dieser Abschnitt jedoch unbefahrbar. Das Herzogtum Nassau entzog daraufhin die Konzession, und beschloss die Strecke auf eigene Kosten zu bauen. Am 1. Mai 1859 konnte der Streckenteil Oberlahnstein - Bad Ems endgültig in Betrieb genommen werden. Für die Planungs- und Bauarbeiten der Lahntalbahn war der Eisenbahningenieur Moritz Hilf verantwortlich. Für die Hochbauten war der Architekt und Königliche Eisenbahn- und Betriebsinspektor Heinrich Velde zuständig. Der Bahnhof Diez lag am 26,39 Kilometer langen Streckenteil zwischen Limburg (Lahn) und Nassau (Lahn). Der erste Zug fuhr, begleitet von Glockengeläut und Böllerschüssen, im Bahnhof Diez am 5. Juli 1862 ein. Am 10. Januar 1863 ging die 103,73 Kilometer lange Gesamtstrecke in Betrieb.

Das Empfangsgebäude Diez

Das Gebäude war ein Typenbau von 1863 (ähnlich Weilburg oder Rüdesheim) nach Entwurf des Architekten Heinrich Velde. Es war ein repräsentativer Putzbau des Klassizismus auf H-förmigem Grundriss aus zweistöckigen Giebelbauten unter flachen Satteldächern, die durch einen traufenständigen, zweistöckigen Mitteltrakt verbunden waren. Die Giebelfronten besaßen gekuppelte Portale (Ein/Ausgänge). Im Giebelbereich gab es gekuppelte Fenster mit Sandsteinrahmen. Der Mitteltrakt besaß ein Gesimsfries mit eng stehenden Lisenen (vertikale Mauerverstärkung ohne Verzierung). Im Erdgeschoss gab es ein Vestibül (repräsentative Eingangshalle), Warteräume aller Klassen, ein Bahnhofsrestaurant, Fahrkarten und Gepäckschalter sowie weitere Diensträume. Treppenhäuser in den Eckbauten führten zum Obergeschoss, wo sich die Wohnungen der Bahnbediensteten befanden. Der Bahnhof gehörte 1938 zur Rangklasse II. Weitere Streckeneröffnungen, Ausbauten oder Änderungen Am 1. Juli 1870 eröffnete die 53,7 Kilometer lange Aartalbahn von Wiesbaden-Ost nach Diez den Betrieb. 1910 wurden umfangreiche Umbauarbeiten vorgenommen. Dabei erhielt der Bahnhof einen Wasserturm und ein mechanisches Stellwerk. Zwei Bahnsteige mit Überdachungen sowie ein Personentunnel wurden neu gebaut. 1911 entstand südwärts der Landstraße eine zyklopische Mauer mit Blendbögen, um Kräfte, die durch die Erweiterung der Gleisanlage entstehen, abzufangen. 1913 entstand in beiden Bahnhofsköpfen jeweils ein Stellwerksgebäude. 1915 entstand östlich gegenüber der Gleisanlage ein neobarocker Bau mit Walmdach für den Güterbahnhof. Am 24. September 1983 wurde der Schienenverkehr auf der Aartalbahn eingestellt. Er wurde später auf einer Teilstrecke wieder reaktiviert. 1974 legte die Deutsche Bundesbahn (DB) die Stellwerke von 1913 still und ließ sie später abreißen. 1990 wurde die Güterabfertigung geschlossen. Mit der Umstellung der Signalanlagen der Lahntalbahn im Jahr 2015 erhielt der Bahnhof ein neues elektronisches Stellwerk. Was hat sich verändert, was ist geblieben Das Empfangsgebäude von 1863 ist weitgehend erhalten und steht unter Denkmalschutz.
Bilder Diez
Bahnhof 1910
Luftaufnahme
PANORAMA Bahnhof 1910 Filmbild Diez Lahntalbahn Wetzlar Koblenz Hbf 107,0

Bahnstation Diez

Aartalbahn Wiesbaden Hbf Diez Im Bau
Planung und Konzession